Urban Mining für Einfamilienhäuser

Welche wertvollen Rohstoffe (Kupfer, seltene Hölzer, hochwertige Ziegel) stecken im Altbau?

Urban Mining & der Gebäudepass für Privathäuser: Ihr Haus als Rohstofflager

Während die Debatte um Nachhaltigkeit im Bausektor meist bei Heizungstausch und Dämmung hängen bleibt, rückt ein smarterer Ansatz in den Fokus: Urban Mining, bei dem bestehende Häuser als echte Schatzkammern für Rohstoffe gelten – vollgepackt mit Kupferleitungen aus den 70ern, robusten Vollziegeln, massivem Eichenparkett oder hochwertigem Baustahl, die allesamt als wertvolle Sekundärrohstoffe wiederverwendet werden können, statt einfach auf Deponie zu landen.

In NRW und ganz Deutschland gewinnt der digitale Gebäudepass – auch Gebäuderessourcenpass oder Materialpass genannt, wie ihn die DGNB seit 2023 als freies Standardformat anbietet und Plattformen wie Madaster oder Concular schon umsetzen – zunehmend an Fahrt, besonders durch die Kooperation der NRW-Regierung mit Madaster seit 2024, die Pilotprojekte in der öffentlichen Wohnraumförderung testet und für 2025/2026 weitere Einführung plant, möglicherweise als Beilage zur Baugenehmigung oder Pflicht im Qualitätssiegel Nachhaltige Gebäude (QNG), um diese Ressourcen transparent zu machen und Urban-Mining-Prozesse zu erleichtern.

Was ist Urban Mining im Kontext von Privathäusern?

Urban Mining beschreibt die gezielte Rückgewinnung hochwertiger Rohstoffe aus der gebauten Umwelt, wo Städte und vor allem der riesige Bestandsbestand – in Deutschland Milliarden Tonnen Materialien in Gebäuden, laut Umweltbundesamt rund 340 Tonnen pro Kopf – als anthropogenes Lager dienen, das Metalle wie Kupferrohre, mineralische Stoffe wie Ziegelfassaden oder seltene Hölzer aus Altbauten in Einfamilienhäusern birgt, die statt Abriss und teurer Deponierung sortenrein demontiert und in neuen Projekten wiederverwendet werden können, was nicht nur Ressourcen schont, sondern auch bis zu 95 Prozent Energie im Vergleich zur Primärproduktion spart und Deponiekosten drückt.

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Der digitale Gebäudepass: Transparenz über verbaute Materialien

Der Gebäuderessourcenpass der DGNB erfasst systematisch alle verbauten Materialien in einem Gebäude – von der genauen Menge und Qualität über Herkunft bis hin zur Kreislauffähigkeit, wobei er auch die CO2-Bilanz, das Recyclingpotenzial und die Möglichkeiten der Wiederverwendung detailliert dokumentiert, um eine echte Transparenz für Eigentümer, Planer und Käufer zu schaffen.

Ab 2025/2026 wird er in vielen Zertifizierungen wie dem Qualitätssiegel Nachhaltige Gebäude (QNG) zur Pflicht, während EU-Vorgaben wie der Digitale Produktpass und die überarbeitete Bauproduktenverordnung die Entwicklung weiter antreiben und den Pass schrittweise zum Standard machen. Für private Häuser bleibt er zwar vorerst freiwillig, doch er etabliert sich rasch als wertvolles Instrument bei nachhaltigen Sanierungen und Verkäufen, weil er die verborgenen Schätze des Bestands sichtbar macht.

Wie steigert das den Immobilienwert?

Eine solide dokumentierte Rohstoffbilanz verwandelt Ihr Haus in ein Objekt mit doppeltem Wert: Käufer erkennen nicht nur die klassische Nutzfläche, sondern auch einen greifbaren "Rohstoffwert", der durch gut erhaltene, recycelbare Materialien wie massive Ziegel, Kupferinstallationen oder hochwertiges Holz entsteht und die Kreislauffähigkeit des Gebäudes spürbar steigert.

Studien aus zirkulären Märkten deuten auf Wertsteigerungen bis zu 10 Prozent hin, weil transparente Nachhaltigkeitsdaten das Abrissrisiko senken und die Attraktivität erhöhen – ein Effekt, den Banken und Investoren zunehmend honorieren, indem sie solche Objekte bei Finanzierungen oder Käufen bevorzugen und damit den Marktwert langfristig stützen.

Praktische Beispiele für wertvolle Rohstoffe in Altbauten

In einem typischen Einfamilienhaus aus den 1960er Jahren stecken oft Schätze:

Beispiel 1: Kupferleitungen – Alte Elektro- und Wasserinstallationen enthalten reines Kupfer (Wert: bis zu 10 €/kg). In einem 150 m²-Haus können 200–500 kg verbaut sein – potenzieller Rohstoffwert: 2.000–5.000 €.

Beispiel 2: Hochwertige Ziegel – Klinker oder historische Vollziegel aus Vorkriegsbauten sind robust und gefragt für Re-Use. Ein Dach oder Fassade kann Tausende Ziegel enthalten, die gereinigt wiederverwendet werden (Wert: 0,50–2 €/Stück).

Beispiel 3: Seltene Hölzer – Parkettböden, Balken oder Türen aus Eiche, Teak oder anderen Edelhölzern. In älteren Häusern oft massiv verbaut – Wiederverkaufswert als Sekundärholz: mehrere Tausend Euro.

Aktuelle Beispiele für Urban Mining & Gebäudepässe in deutschen Privathäusern oder Altbauten

Es gibt in Deutschland mehrere aktuelle Projekte und Initiativen zu Urban Mining und der Erstellung von Gebäuderessourcenpässen, die den Materialwert in Altbauten dokumentieren. Während viele Beispiele aus größeren Gebäuden oder städtischen Projekten stammen, lassen sich die Prinzipien gut auf Privathäuser übertragen. Plattformen wie Madaster und Concular werden zunehmend auch für kleinere Objekte genutzt. Hier drei neu beschriebene reale Beispiele aus den letzten Jahren (Stand 2025):

Beispiel 1: Pilotprojekt in Heidelberg – Circular City mit Materialkataster

In Heidelberg läuft seit mehreren Jahren ein innovatives Pilotprojekt, das ein städtisches Gebäude-Materialkataster aufbaut und dabei vor allem Altbauten aus der Nachkriegszeit systematisch digital erfasst, um die verbauten Rohstoffe wie massiven Beton, robuste Ziegelwände oder wertvolle Metallkonstruktionen genau zu inventarisieren.

Das Ziel ist klar: Bei kommenden Sanierungen oder auch Rückbauten sollen diese Materialien – etwa hochwertige Klinkerziegel mit historischem Charme oder stabile Stahlträger – sortenrein demontiert und direkt wiederverwendet werden, statt sie teuer zu entsorgen oder neu zu produzieren.

Für private Eigentümer birgt das echte Chancen, denn der dokumentierte Rohstoffbestand, der schnell Tausende Euro wert sein kann, hebt den Gesamtwert des Hauses weit über den klassischen Wohnnutzen hinaus und macht es für nachhaltigkeitsbewusste Käufer oder Investoren deutlich attraktiver.

Beispiel 2: Kooperation in Nordrhein-Westfalen mit Madaster

Die Landesregierung NRW hat 2024 eine Kooperation mit Madaster gestartet, um digitale Gebäuderessourcenpässe in der öffentlichen Wohnraumförderung zu testen. Zehn Pilotvorhaben, darunter Modernisierungen von Bestandsgebäuden und Privathäusern, erstellen solche Pässe. In einem typischen Einfamilienhaus aus den 1970er Jahren werden Materialien wie Kupferrohre, Holzdecken und Ziegel erfasst. Der Pass zeigt nicht nur den monetären Wert (oft mehrere Tausend Euro an wiederverwendbaren Rohstoffen), sondern auch das CO2-Einsparungspotenzial durch Re-Use – ein Pluspunkt bei Verkauf oder Sanierung.

Beispiel 3: Privater Altbau-Rückbau mit Concular-Beteiligung

Concular, das Berliner Start-up, das sich auf zirkuläres Bauen spezialisiert hat, unterstützt inzwischen auch immer mehr private Eigentümer dabei, ihre Altbauten vor Sanierungen systematisch zu inventarisieren und die verborgenen Materialschätze zu heben.

In einem beeindruckenden Beispiel aus Berlin-Kreuzberg – einem Gründerzeithaus, das in seiner Bauweise und Materialqualität vielen Kölner Altbauten aus der gleichen Epoche sehr ähnlich ist – wurde das Gebäude vor einer Teilsanierung digital katalogisiert, wobei wertvolle Elemente wie originale Eichenparkettböden, klassische Gusseisenheizkörper und massive Vollziegelmauern genau erfasst, dokumentiert und anschließend entweder direkt wiederverwendet oder über Plattformen verkauft wurden.

Der Eigentümer konnte durch den gezielten Verkauf dieser Sekundärrohstoffe einen unerwarteten Zusatzerlös von mehr als 10.000 Euro erzielen und steigerte gleichzeitig den Gesamtwert des Hauses spürbar, weil die nachgewiesene Kreislauffähigkeit und die transparente Materialbilanz das Objekt für nachhaltigkeitsbewusste Käufer oder Investoren deutlich attraktiver machten.

Wie erstellen Sie einen Gebäudepass für Ihr Privathaus?

Engagieren Sie einen Spezialisten für Bestandserfassung (z. B. über BIM oder Inventur). Tools wie Madaster oder Concular digitalisieren die Daten. Der DGNB-Gebäuderessourcenpass ist eine Vorlage: DGNB Gebäuderessourcenpass. Plattformen wie Madaster erstellen digitale Pässe: Madaster Deutschland.

Ihr Haus als zukunftssicherer Wertspeicher

Urban Mining und der Gebäudepass verwandeln Ihr Privathaus von einem reinen Wohnobjekt in ein dokumentiertes Rohstofflager. Weihofen Immobilien betont: Das schont Ressourcen, erfüllt kommende Regulierungen und steigert den Verkaufspreis. Eigentümer, die jetzt dokumentieren, positionieren sich als Vorreiter – und profitieren langfristig von höherer Attraktivität und Wertstabilität. Das finden wir auch als Makler gut und sinnvoll.

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