Ladenlokale in Wohnraum umwandeln?

Kann man Gewerbeeinheiten in Wohnraum umwandeln? Wie geht das und was muss man beachten?

Adaptive Reuse: Die Umnutzung kleiner Gewerbeeinheiten in Stadtteilzentren

Das Ladensterben hat in vielen deutschen Stadtteilzentren tiefe Spuren hinterlassen – leerstehende kleine Läden, alte Garagen, verwaiste Büros. Adaptive Reuse – die clevere Umnutzung vorhandener Gebäude – wird zur rettenden Idee.

Aus einem verstaubten Ladenlokal entsteht plötzlich bezahlbarer Wohnraum. Oder ein modernes Home-Office mit Kundenverkehr. Dieser Trend nutzt, was schon da ist, spart Ressourcen und haucht den Quartieren neues Leben ein. Und in Zeiten knappen Bauplatzes und hoher Baukosten ist das goldwert.

Warum boomt die Umnutzung kleiner Gewerbe ("Tiny Commercial")?

Online-Shopping und der große Strukturwandel haben Erdgeschosszonen leer gefegt. Hohe Leerstände überall. Gleichzeitig schreit die Stadt nach mehr Wohnraum – und Selbstständige nach flexiblen Räumen für Home-Office plus Kundenkontakt: Therapeuten, Coaches, Designer, Kreative.

Die Umnutzung löst gleich mehrere Probleme: Günstiger Wohnraum in zentraler Lage. Wir von Weihofen Immobilien begrüßen dies, da solche Veränderungen die ganze Gegend aufwerten. Und dies ist für alle positiv! Keine Verödung der einzelnen Straßenblocks. Belebung von Veedeln statt Geisterstraßen. Seit 2025 helfen vereinfachte Genehmigungsverfahren – der sogenannte "Bau-Turbo" im BauGB – solche Projekte schneller auf die Beine zu stellen. Und in Köln, wo der Wohnraummangel besonders drückt, wird das immer attraktiver.

Makler Köln

Der Genehmigungsdschungel: Schritt-für-Schritt-Guide

Eine Nutzungsänderung ist grundsätzlich genehmigungspflichtig (§ 60 BauO NRW). Der Prozess umfasst Bauplanungs- und Bauordnungsrecht. Wichtig: Prüfen Sie den Bebauungsplan – in Mischgebieten ist Umnutzung oft möglich, in reinen Gewerbegebieten schwierig.

  • Schritt 1: Machbarkeitsprüfung beim Bauamt (kostenloses Vorgespräch empfohlen).
  • Schritt 2: Bauantrag stellen (vereinfachtes Verfahren für kleine Objekte). Benötigte Unterlagen: Lageplan, Bauzeichnungen, Brandschutz-, Schallschutz- und Lüftungskonzept.
  • Schritt 3: Anforderungen erfüllen: Wohnraum braucht Belichtung, Sanitäranlagen, Barrierefreiheit (teilweise). Für Home-Office mit Kunden: Gewerbliche Nutzung erlaubt, aber Lärm- und Parkregelungen beachten.
  • Schritt 4: Genehmigung abwarten (3–10 Monate). Kosten: 2.500–10.000 € für Planung und Gebühren, plus Umbau (200–1.000 €/m²).

Beispiele erfolgreicher Umnutzungen

Beispiel 1: Ladenlokal zu Mikro-Wohnung – Ein 50 m² Laden in einem Kölner Veedel wird zu einer 1-Zimmer-Wohnung mit Kochnische. Große Schaufenster sorgen für Licht, der Umbau kostet ca. 50.000 €.

Beispiel 2: Garage zu Home-Office – Eine ehemalige Autowerkstatt wird zu einem Praxisraum mit Wartebereich für Kunden. Vorteil: Separate Eingang, genehmigt als gemischte Nutzung.

Beispiel 3: Kleines Büro zu Wohn-Arbeits-Hybrid – Ein 80 m² Gewerberaum im Erdgeschoss wird zu Wohnraum mit integriertem Büro – ideal für Freiberufler.

Kosten und Förderungen 2025: Detaillierte Übersicht zur Umnutzung kleiner Gewerbeeinheiten

Die Umwandlung eines Ladenlokals oder einer Garage in Wohnraum oder ein Home-Office ist nicht nur ein kreatives Projekt, sondern auch mit erheblichen Kosten verbunden. Im Jahr 2025 liegen die Ausgaben für Genehmigungen und Umbau in einem breiten Spektrum – abhängig von Größe, Zustand, Lage und Komplexität. Gleichzeitig bieten staatliche Förderprogramme attraktive Zuschüsse und Kredite, die den Einstieg erleichtern. Hier eine ausführliche Aufschlüsselung.

Kosten für die Genehmigung und Planung

Der bürokratische Teil – Bauantrag, Gutachten und Gebühren – schlägt mit 2.500 bis 10.000 Euro zu Buche. Kleinere Projekte (z. B. einfache Nutzungsänderung ohne große bauliche Veränderungen) bleiben oft unter 5.000 Euro, komplexe Fälle mit Brandschutz- oder Schallschutzkonzepten überschreiten leicht 8.000 Euro.

Beispiel 1: Eine 40 m² Garage zu einem Home-Office umnutzen – nur minimale Änderungen (neuer Eingang, Heizung): Genehmigungskosten ca. 3.000–4.500 Euro (inkl. Architektenhonorar und Behördengebühren).

Beispiel 2: Ein 60 m² Ladenlokal zu einer Mikro-Wohnung – mit Sanitärinstallation und Lüftungskonzept: 5.000–8.000 Euro für Planung und Antrag.

Beispiel 3: Größeres Objekt (80 m²) mit Kundenverkehr und Barrierefreiheit: Bis zu 10.000 Euro durch zusätzliche Gutachten (z. B. Statik, Lärmschutz).

Kosten für den Umbau

Der eigentliche Umbau kostet je nach Ausgangszustand 300 bis 800 Euro pro Quadratmeter. Günstige Varianten (kosmetisch, gute Substanz) bleiben bei 300–500 €/m², umfangreiche Sanierungen (neue Installationen, Dämmung, Brandschutz) erreichen 600–800 €/m² oder mehr.

Beispiel 1: Kleine Garage (30 m²) zu Home-Office: Neue Elektrik, Heizung, Boden – ca. 12.000–18.000 Euro (400–600 €/m²).

Beispiel 2: Ladenlokal (50 m²) zu Wohnraum: Sanitär, Küche, Dämmung – 20.000–35.000 Euro (400–700 €/m²).

Beispiel 3: Größeres Lokal (100 m²) mit Kundenbereich: Vollumbau inkl. Schallschutz und Lüftung – 50.000–80.000 Euro (500–800 €/m²).

Förderungen 2025: Attraktive Unterstützung nutzen

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gilt auch für Umnutzungen von beheizten Gewerbeflächen zu Wohnraum – als Sanierung. Über die KfW (Kredit 261) gibt es zinsgünstige Darlehen bis 150.000 Euro pro Wohneinheit für Effizienzhäuser. Das BAFA fördert Einzelmaßnahmen (z. B. Dämmung, Heizung) mit 15–20 % Zuschuss. Ein spezielles Programm "Gewerbe zu Wohnen" mit zinsverbilligten Darlehen ist für 2026 geplant, könnte aber Vorläufer haben.

Informieren Sie sich aktuell auf der KfW-Seite zur BEG und beim BAFA. Kombinieren Sie mit lokalen Programmen – viele Städte fördern Wohnraumschaffung extra.

Mit Planung bezahlbar

Bei typischen kleinen Projekten sollten Sie mit Gesamtkosten zwischen 50.000 und 150.000 Euro rechnen, wobei Förderungen diesen Betrag erheblich senken können, oft um 20 bis 50 Prozent, sodass eine gründliche Machbarkeitsstudie in jedem Fall lohnenswert ist, um die Wirtschaftlichkeit frühzeitig zu prüfen und unnötige Ausgaben zu vermeiden.

Praktische Tipps

Kontaktieren Sie das Bauamt so früh wie möglich, beauftragen Sie einen Architekten mit bewährter Expertise in Nutzungsänderungen und holen Sie sich Förderberatung ein, etwa über KfW oder BAFA, um den gesamten Prozess reibungslos und kosteneffizient zu gestalten.

Chance für bezahlbaren Raum

Die kreative Umnutzung kleiner Gewerbeeinheiten erweist sich als clevere Lösung gegen Ladensterben und akuten Wohnraummangel, denn mit solider Planung verwandelt sich ein leerstehender Laden oder eine alte Garage in einen attraktiven Wohn- oder Arbeitsraum, der häufig deutlich günstiger herzustellen ist als ein Neubau von Grund auf – und dabei zentrale Lagen belebt, Ressourcen schont sowie den lokalen Charme der Stadtteilzentren bewahrt.

Wir von Weihofen Immobilien bewerten die Umwandlung von Gewerbeeinheiten als sehr positiv, solange der Eigentümer sich dazu bewusst entschieden hat, um Leerstand zu vermeiden. Die Freiwilligkeit ist hier besonders wichtig. Und wenn sich ein Eigentümer dazu entschieden hat, neuen Wohnraum zu schaffen, so sollte ihm die Stadt Köln schnellstmöglich dabei unterstützen! Schließlich haben wir in Köln einen Wohnungsmangel.

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